Felix Klieser wurde 1991 in Göttingen geboren und hatte bereits im Alter von vier Jahren den leidenschaftlichen Wunsch, Horn zu spielen. Zunächst jüngster Hornspieler aller Zeiten an der Musikschule Göttingen, dann mit 17 Jahren Jungstudent an der Hannoveraner Hochschule, Hornist im Bundesjugendorchester und auf Tournee mit Popstar Sting, „Life Award“-Preisträger und Bundessieger bei „Jugend musiziert“.

 

2013 erschien sein vielgelobtes Debüt-Album „Reveries“ mit dem Pianisten Christof Keymer und Werken der Romantik. Ein Jahr später wurde er mit dem „Echo Klassik“ als Nachwuchskünstler des Jahres sowie mit dem mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen ausgezeichnet.

 

Ebenso ein Buchverlag wurde auf das Talent aufmerksam und veröffentlichte mit Klieser im Sommer 2014 seine Autobiografie unter dem Titel „Fußnoten“. Mit dem renommierten Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter ihrem Chefdirigenten Ruben Gazarian erschien 2015 seine nächste CD: Hornkonzerte von Mozart und Haydn. Zahlreiche Auftritte in den bedeutendsten Konzertsälen im In- und Ausland u.a. in der Berliner Philharmonie, der Tonhalle in Zürich folgten. In diesem Jahr wird Klieser mit dem Leonard Bernstein Award prämiert.

 

Das Horn gilt in Fachkreisen als das schwierigste aller Blasinstrumente, bei dem jeder nicht zentral getroffene Ton sofort für die gefürchteten Kiekser sorgt. Da Felix Klieser ohne Arme geboren wurde, versuchten seine Eltern, seine Musikschullehrerin und sein Instrumentallehrer den Jungen zunächst zum Xylophon und dann zum Posthorn zu überreden, jedoch ohne Erfolg. Klieser ließ sich nicht von dem eines der farblich vielseitigsten Instrumente abbringen. Dieses Klangfarbenspektrum beherrscht der Hornist auf das Perfekteste. Kritiker schwärmen von seinem „helltönenden Schmettern“ (FAZ), seine „extrem straffe und mitreißende Interpretation“ der Rheinsberger-Sonate (Süddeutsche Zeitung) sowie von seinem „runden, noblen und von unendlichen Atemreserven getragenem Legato“ (Fono Forum).

 

Klieser bedient hierfür die Ventile an seinem Horn mit den Zehen des linken Fußes. Gemeinsam mit einem Instrumentenbauer entwickelte er ein spezielles Stativ, an dem das Horn in Kopfhöhe hängt. Felix Klieser verbrachte Jahre, den für ihn perfekten Klang zu finden. Dazu trainierte er seinen Atem, lernte den Druck zu kontrollieren, fand heraus, dass durch minimalste Veränderungen der Zungenstellung und der Erweiterung des Mundraumes die gewünschten Farben dem Horn ganz ohne die obligatorische Hand im Schalltrichter zu entlocken waren. Für Fälle, in dem es die Literatur vorgibt, dass gestopft werden muss, wurde ein weiteres Stativ mit einem Stoßdämpfer entwickelt, der sich mit dem rechten Fuß in den Trichter hinein- und wieder herausrollen lässt.